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Geschichte

Germania Straßburg in Frankfurt 1919 bis 1937

Alte OperBereits zu Weihnachten 1918 bemühte sich Carl Hoppmann der Burschenschaft eine neue Heimat zu geben und votierte für die Wiedereröffnung in Frankfurt als „Alte Straßburger Burschenschaft Germania“. Die Lage der Mitglieder war angespannt, etwa ein Viertel von ihnen war durch den Versailler Vertrag um Haus und Amt gebracht worden, und die Burschenschaft hatte fast alles in Straßburg zurücklassen müssen. Dennoch reagierte ein Großteil prompt und stimmte für Frankfurt, wo die Burschenschaft Germania am 12. Januar 1919 neu begründet wurde. Gerade in der Zeit der Krise nach 1918 sah man die Traditionen der Deutschen Burschenschaft als nötig wie nie zuvor an und wollte mithelfen, das Land durch Selbsterziehung zu Pflichtbewußtsein, politischer Urteilsfähigkeit und zielbewußtem Denken neu aufzubauen. In Straßburg waren jedoch Kassenbücher, Fecht- und Kneipinventar zurückgeblieben, die wegen der Grenzsperre nicht nach Frankfurt gebracht werden konnten. Trotz aller Widrigkeiten gelang die Etablierung und bald schon hatte die Germania weit mehr Mitglieder als jemals vorher in Straßburg.

Doch schon bald verschlechterte sich das politische Klima für die Burschenschaften zusehends. Nach der „Machtergreifung“ Hitlers, die auch von vielen Burschenschaftern herbeigesehnt wurde, zogen schlechte Zeiten für die an ihrer Tradition ausgerichteten Burschenschaften auf. Mit der Anerkennung des „Führerprinzips“ entrechtete sich die Deutsche Burschenschaft selbst, so daß der Austritt der Alten Straßburger Burschenschaft Germania 1934 nur logisch war. Noch 1935, als die Zwänge zur Gleichschaltung immer drückender wurden, gründete die Germania unter Carl Hoppmann zusammen mit 22 anderen Burschenschaften die „Alte Burschenschaft“, die jedoch noch im gleichen Jahr unter massiven Drohungen gegen Hoppmann zur Auflösung gezwungen wurde. Trotz weiterer Einschüchterungsversuche blieb die Altherrenschaft auch nach der Auflösung der Aktivitas erhalten, verkaufte 1937 das Verbindungshaus in Frankfurt und sah wieder einmal einer ungewissen Zukunft entgegen.

Die zweite Straßburger Zeit 1941 bis 1944

Auch nach 1937 hielt der Lebensbund Germaniae zusammen, obwohl die äußere Form zerbrochen war. Während die meisten Burschenschaften als NS-Kameradschaften getarnt weiter existierten, lehnten die Germanen eine solche Organisationsform ab, bis sich nach dem siegreichen Westfeldzug zum Wintersemester 1941/42 in Straßburg die Universität wieder etablierte. Eine Rückkehr in die alte Heimat wurde durch einen inoffiziellen Stammtisch möglich, der im November 1941 in das alte Stammlokal „Zur dicken Marie“ einzog, obwohl ein Drittel aller Bundesbrüder Soldaten waren. Schnell beschloß man nun auch wieder eine Aktivitas zu integrieren, indem die Kameradschaft Großdeutschland gegründet wurde. Die kurze Rückkehr nach Straßburg hatte im Sommer 1942 mit dem Erwerb eines neuen Hauses ihren Höhepunkt, ehe im November 1944 erneut französische Truppen Straßburg besetzten und das Schicksal der Burschenschaft erneut besiegelt schien.